Vernetzungsbrunch und Konzert + Diskussion zu gescheiterten Wende-Utopien

Am 25. September kamen auf der Kulm in Weißig ca. 35 Leute zusammen um sich zu vernetzen und zu diskutieren. Los ging es ab 14 Uhr mit einem vielfältigen Buffet. Eine halbe Stunde später tauschten sich die meisten darüber aus wer sie sind, wo sie wohnen und was ihre Verbindung zum Elbsandsteingebirge ist. Dabei konnten wir wieder viele neue Menschen kennen lernen und für zukünftige Vorhaben zusammen bringen. Ab 15:30 Uhr begann das Programm des Berliner Künstlers Paul Geigerzähler https://geigerzaehler.bandcamp.com/ “Vollende die Wende”. Mit Erzählungen, Flugblattausschnitten und Erinnerungen der Anwesenden reflektierten wir die Aufbrauchstimmung der Jahre 89/90, ihr Ersticken zwischen Übernahme des westdeutschen Kapitalismus und den “Baseball-Schläger-Jahren” der Neo-Nazis und die Auswirkungen auf die rechten Großmobilisierungen heute. Dabei diskutierten wir konkrete Lösungsansätze und Konzepte wie FAU, Mietshäusersyndikat, Kollektivbetriebe-Föderation und solidarische Landwirtschaft und wie wir diese unseren Nachbar:innen und Kolleg:innen bekannter machen können. In einem zweiten Block von Geigerzählers Programm überwogen danach die musikalischen Darbietungen und nach allerlei Gesprächen, dem Austausch von Emailadressen und dem Schmieden von Ideen für die nächsten Monate brach schließlich unter dem Klang der Fidel die Nacht über herein und wir ließen den Abend gemütlich ausklingen.

Es war wieder mal ein toller Vernetzungsbrunch, wir danken ganz herzlich der Kulm für die tolle Unterbringung und Bewirtung, Paul und Hapü für das anregende Programm und allen die Essen mitbrachten, die Info streuten, mit aufgeräumt haben und da waren. Sendet uns gerne eure Ideen für den nächsten Vernetzungsbrunch – wir sind gespannt und bleiben dran!

Den SBB ein Stück sozialer machen!

Als Schwarz-Rote Bergsteiger_innen haben wir im Vorfeld zur letzten Mitgliederversammlung des Sächsischen Bergsteigerbundes (SBB) einen Antrag gestellt, der es u. a. Menschen in Erwerbsunfähigkeit, Altersgrundsicherung, ALGII-Bezug oder in Sozialhilfe für Asylbewerber:innen ermöglichen soll mit vermindertem Beitrag SBB-Mitglied zu werden. An einer Mitgliedschaft im SBB hängt dabei nicht nur der Zugriff auf Material-Ausleihe, Bibliothek, etc. sondern v. a. auch der Versicherungsschutz in den Bergen. Ohne eine entsprechende Versicherung sind Notfallbergung oder Rehabilitation nach Bergunfällen ggf. völlig unerschwinglich. Daneben sprachen sich zwei Anträge eines Pegida-Aktivisten im SBB für ein Verbot von geschlechtergerechter Sprache in allen Publikationen und Untergliederungen des SBB aus.

Wir haben uns in den letzten Monaten zusammen mit vielen befreundeten Bergfreund:innen über diese Anträge informiert und für die Mitgliederversammlung mobilisiert – mit Erfolg, wohl noch nie war eine Mitgliederversammlung des SBB so stark auch von jüngeren Mitgliedern mitgeprägt und auch geschlechtlich ging es diverser als sonst zu. Die Anträge zum Gender-Verbot wurden mit überwältigender Mehrheut abgelehnt, der Antrag auf eine sozialere Beitragsordnung ging durch.

Wir freuen uns, dass wir einen kleinen Beitrag zur Weiterentwicklung des SBB leisten konnten und werden das sicher auch in Zukunft weiter verfolgen.