Vernetzungsbrunch, Planung „Alternative Tage“, Konzert + Lesung am 18.03. in Porschdorf

Leider ist es nicht einfach im Kreis SOE Veranstaltungsräume zu finden. Daher erreicht euch diese Einladung recht spät und wir weisen mal wieder darauf hin, wie gut ein Libertäres Zentrum in der Region wäre. Am Sonntag den 18. März treffen wir uns ab 14 Uhr im Aktivhof Porschdorf zum dritten mal um alternative Menschen zusammen zu bringen, gemeinsam leckere, selbst mitgebrachte Speisen und Getränke zu genießen und uns zu vernetzen.

Dabei gibt es diesmal einige Besonderheiten: Zum einen wollen wir die bisherigen Planungen für Alternative Veranstaltungstage vom 8. Mai bis 2. Juni 2018 vorstellen. Aktuell stehen schon mehr als 8 Veranstaltungen und weitere sind in Planung.

Daneben wird es eine Lesung + Konzert von Geigerzähler und Sahara B. aus Berlin geben. Dieser Auftritt ist Teil ihrer „Tour de Zone“ zur Unterstützung emanzipatorischer Strukturen in kleineren Städten und ländlichen Gegenden.

Dass wir uns mit dieser Veranstaltung in den infrastrukturell abgehängten Landgebieten befinden wird durch den Anreiseweg mit ÖPNV deutlich: Wer aus Richtung Dresden/Pirna kommt, nimmt bitte die S1, am besten die, die 13:23 Uhr am Bhf Porschdorf (Pirna) ankommt. Von dort sind es dann noch 25 Minütchen Wanderung (siehe Karte https://goo.gl/maps/inJEZXBJPbt). Wir hoffen sehr, dass trotz Widrigkeiten einige Leute dabei sind!

Kinderbetreuung werden wir aus den Teilnehmenden heraus organisieren, wenn es da Bedarf gibt, wäre es cool wenn ihr per Mail Bescheid gebt.

PM: Hirschgrund – Gedenkzeichen an antifaschistischen Widerstand entwendet

Hintergrund: Treffen am Hirschgrund 1933 | SäZ-Artikel zur PM

Zwischen 5. und 15. Dezember 2017 stahlen Unbekannte eine Gedenkplakette für den antifaschistischen Widerstand der Vereinigten Kletterabteilungen am Taleingang des Hirschgrundes zwischen Wehlen und Rathen. Die Gedenkplatte war 1968 aufgestellt worden. Der Gewerkschaftskletterclub Schwarz-Rote Bergsteiger_innen (SRB) bemüht sich nun um Ersatz. Die Entfernung und Beschädigung solcher Gedenkorte ist im Kreis leider keine Seltenheit.

Die entwendete Gedenkplatte mit der Aufschrift: „Hier fand im April 1933 eine illegale Zusammenkunft der Genossen der VKA mit bereits in der Illegalität lebenden Genossen statt.“ war 1968 von der FDJ aufgestellt worden. Hintergrund war ein Treffen meist kommunistischer Bergsteiger_innen der Vereinigten Kletterabteilungen am Gipfel Hirschgrundkegel. Hier war u. a. die Rettung bedrohter Menschen und der Schmuggel antifaschistischer Literatur über die Grenze geplant worden. 2009 war die gesprungene Platte durch einen benachbarten Kletterclub noch repariert worden. Die SRB und Gewerkschaftsmitglieder der FAU fertigen aktuell einen Ersatzstein.

Das Verschwinden von Gedenkzeichen, die an die Opfer des Nationalsozialismus und den antifaschistischen Widerstand erinnern ist in dem Landkreis SOE mit seiner Vielzahl rechtsradikaler Strukturen, Läden und Treffpunkte leider keine Seltenheit. Als Beispiele können hier Gedenkplatten im Steinbruch Heeselicht (an die KZ-Gefangenen aus Hohnstein) oder die Gedenkplatte am Satanskopf (an den Versuch, eine kommunistische Druckwerkstatt einzurichten) genannt werden. Selbst Gedenktafeln an den Todesmarsch aus dem KZ Schwarzheide bei Hinterhermsdorf wurden immer wieder beschädigt.¹

Gleichzeitig sind aber viele Gedenkzeichen aus der DDR fehlerhaft und entsprechen nicht dem heutigen Kenntnisstand, wie das Denkmal an die KZ-Gefangenen in Königstein. An vielen Orten grausamer Verbrechen erinnerte nie etwas an die Bedeutung des Ortes, wie z.B. im ehemaligen KZ-Außenlager Schwalbe III im Polenztal.² Marina Wagner, Mitglied der SRB dazu: “Es wäre wünschenswert, dass ein Umdenken stattfindet und Gemeinden sich aktiv mit Forscher_innen beraten um neue Gedenkzeichen zu schaffen. Gleichzeitig sollte der Entfernung von Gedenkzeichen durch mutmaßlich rechte Akteur_innen mit ausnahmslosem Ersatz und Aufklärung begegnet werden.”

¹ www.sz-online.de/nachrichten/stadt-sebn…

² Eine sehr unvollständige Übersicht über Verfolgung und Widerstand, die jährlich erweitert wird, bietet das Projekt Gedenkplätze, welches vom AKuBiZ e.V. Pirna und den SRB gemeinsam gepflegt wird. https://gedenkplaetze.info/

Zusendung: Gegenwehr in Nentmannsdorf

„Das nicht alle in Nentmannsdorf Freund_innen der AfD sind macht sich schon am Straßenbild (siehe oben) deutlich. Aber auch manche_r Wähler_in, der_die blödsinnigerweise dachte mit einem Kreuz bei dieser rechtsradikalen Partei mal richtig auf die Kacke zu hauen wurde es vielleicht etwas anders als auf einmal ein Pulk von über tausend rechten die 43% Stimmen als Einladung verstand im kleinen Dörfchen mal vor der Tür zu stehen.

Eine Gruppe solidarischer Menschen zog deshalb am Samstag durch Nentmannsdorf und entfernte Hakenkreuze, rechte Parolen und Sticker um die humanistischen Menschen vor Ort zu unterstützen.

Mit Flyern in jeden Haushalt wurde außerdem auf die Geschehnisse während des Neo-Nazi-Events hingewiesen und zu Mut und Zivilcourage aufgefordert. Schließlich wurde am Solarpark in dem die Veranstaltung stattfand noch ein Banner angebracht, um ihn als Veranstaltungsstätte von Rassist_innen sichtbar zu machen.

Einige solidarische Menschen“

Rechtsoffener Unternehmer aus dem Landkreis SOE stellt der AfD Räume zur Verfügung

Heute findet im Solarpark in Nentmannsdorf (OT von Bahretal) die politische Aschermittwochsveranstaltung der AfD statt. Neben den Fraktionsführern der Parlamente in Sachsen (Jörg Urban), Sachsen-Anhalt (André Poggenburg), Thüringen (Bernd Höcke) und Brandenburg (Andreas Kalbitz) wird ebenfalls der rechte Publizist Jürgen Elsässer erwartet. Alles keine Unbekannten. Auch von dem Deutschnationalen Egbert Ermer, der die Veranstaltung moderieren soll, finden sich einige Aussagen im Internet die eine klare Sprache sprechen.

Doch auch die Person, die der AfD für diese illustre Runde den Ort zur Verfügung stellt, ist kein unbeschriebenes Blatt: der Unternehmer Mirko Schüring. Als 2001 in Nentmannsdorf ein rechtes Black Metal-Konzert stattfinden sollte sprach sich Schüring, damals u.a. Gemeinrat für die Freien Wähler, zwar noch offen dagegen aus, betonte aber schon: „Ich stehe zwar den Rechten näher als den Linken.“1 Wieviel näher wurde 2008 ersichtlich, als er im südbrandenburgischen Zeischa für einen Eklat sorgte. Schüring, zu diesem Zeitpunkt Geschäftsführer der Weiland GmbH Kies-, Sand- und Betonwerk, stellte nach mehrfachem Diebstahl auf dem Betriebsgelände NPD-Mitglieder aus der Sächsischen Schweiz als Wachschutz ein. Wer kein NPD-Mitglied war wurde von des Geländes verwiesen.2

Nun hat Schüring (Geschäftsführer des Solarparks3 und der in Nentmannsdorf ansässigen Projektentwicklung und Solartechnik GmbH4) offensichtlich auch ganz guten Kontakt zur AfD geknüpft.

[1] https://www.aktion-zivilcourage.de/Start.42d101/

[2] https://www.lr-online.de/lausitz/elsterwerda/firma-droht-politik-mit-hausrecht-fuer-rechte_aid-2817242

[3] https://www.northdata.de/Solarpark+Nentmannsdorf+Management+GmbH,+Bahretal/Amtsgericht+Dresden+HRB+31086

[4] http://www.projekt-solartechnik.de/impressum

Alternative Veranstaltungstage im Mai – wir suchen nach Veranstaltenden und Locations!

Im Mai planen wir gemeinsam mit lokalen Gruppen und Einzelpersonen alternative Veranstaltungstage. Vielleicht magst du mit deiner Gruppe teilnehmen und ein Konzert organisieren oder hast eine Location für ein Konzert? Vielleicht magst du dein Projekt in der Region Pirna vorstellen oder einen Umsonstflohmarkt organisieren?

Sprich uns an! Sonst sehen wir uns dann im Mai.

Das Gebirge im Blick – Vorstellung der SRB am 7.2. im „Platz da!“

Hast du Lust die Arbeit der SRB kennen zu lernen? Mehr über anarchistischen Bergsport, Geschichtsforschung und Gedenkarbeit zu erfahren, dich zu informieren wie es um den Landanarchismus im Elbsandsteingebirge bestellt ist? Dann fühl dich eingeladen zu unserem Vortrag am 7. Februar um 18 Uhr, Nachbarschaftscafé „Platz da!“, Wernerstraße 19, Dresden Löbtau.

Gedenken an den 27. Januar in Stadt und Land

Am 27. Januar gedachten wir mittags, parallel zu Aktionen des AKuBiZ e.V. in Porschdorf an dem ehemaligen KZ-Außenlager Schwalbe III den Opfern des Faschismus. Hier forderten Haftbedingungen, Misshandlungen und schließlich der Todesmarsch nach Oelsen ca. 120-140 Tote, obwohl das Lager nicht einmal drei Monate bestand. Die Schwarz-Roten Bergsteiger_innen und das AKuBiZ haben in den letzten Monaten weiter zu dem Lager geforscht und bereiten gerade eine aktualisierte Publikation vor.

Gemeinsam erstieg unsere Seilschaft dafür den Gipfel „Bahnhofswächter“, dieser hatte der SS-Wachmannschaft während des Lagerbestehens höchstwahrscheinlich als Wachposten gedient.

Hier legten wir einen Kranz nieder und warteten auf die restlichen Gedenkrundgangsteilnehmer_innen. Gemeinsam trafen wir uns dann im Tal und gingen die Spuren von Haft und Zwangsarbeit ab, die sich auf mehrere Kilometer Länge im Polenztal verteilen. Dabei berichteten wir, was unsere Forschung bis jetzt ergab und verlasen Erinnerungen von Zeitzeug_innen. Gemeinsam trauerten wir schließlich und legten noch einmal Blumen ab.

Für einige von uns ging es danach direkt weiter zum Gedenkrundgang in Dresden-Löbtau. Hier versammelten sich ca. 40 Nachbar_innen um gemeinsam Stationen von Widerstand und Verfolgung zu erkunden. Mitglieder und Freunde der Antifa-Initative Löbtau und der FAU verlasen O-Töne und Forschungsergebnisse, gingen aber auch auf Schwierigkeiten und bevorstehende Aufgaben bei der Geschichtsforschung ein. Die SRB stifteten hier einen Kranz für das Mahnmal welches an die Bergsportler_innen, Kommunist_innen und Künstler_innen Fritz Schulze und Eva Schulze-Knabe erinnert.

Im Anschluss wurde die Runde noch gemeinsam ausgewertet und Ideen für zukünftige Gedenkaktionen gesammelt.

Vernetzungsbrunch II

17. Dezember | ab 13 Uhr gegenseitige Vorstellung & Diskussion | bis 17 Uhr Brunch

Liebe (Berg-)Freund_innen, Mitstreiter_innen, Kolleg_innen,

im Frühjahr luden wir bereits ein erstes mal zu einem alternativen Vernetzungsbrunch für die Region Pirna. Wir waren über den Nachmittag verteilt 30 unterschiedliche Menschen, die zusammenkamen, sich kennenlernten. Viele von euch kennen wir seitdem besser, wir hatten einige schöne Tage mit euch und das freut uns sehr. Andere kannten wir damals leider noch nicht oder die Zeit erlaubte keine Teilnahme am Brunch. Deshalb ist es Zeit für die nächste Runde.

Ende des Jahres laden wir wieder alle in der Region ein, denen ein humanistisches Miteinander, ein gutes Leben und Selbstbestimmung nach unterschiedlichsten Lebenskonzepten in der Region am Herzen liegt. Gerade die Bundestagswahl, bei der z.B. in Rathmannsdorf fast 50% der abgegebenen Stimmen auf rechtsradikale Parteien entfielen, zeigte, wie wichtig es ist, dass wir uns kennen, gut vernetzt sind und auch hörbarer eine Gegenposition in diesem Landkreis vertreten.

Nach dem wir letztes mal v.a. sehr locker gequatscht haben, wollen wir diesem Treffen einen etwas formelleren Teil anfügen. Dafür schwebt uns einerseits eine Vorstellungsrunde vor, andererseits haben wir mit verschiedenen Kulturschaffenden gesprochen und hätten Lust auf eine alternative Veranstaltungswoche im nächsten Frühjahr, die dann z.B. Lesungen, Vorträge, Filmvorführungen und Konzerte in verschiedenen Orten der Region beinhalten könnte. Wir würden dazu gern unsere und eure Ideen zusammen tragen und schauen, was möglich ist. Wenn ihr außerdem eigene Ideen habt, meldet euch gern!

Wir würden uns freuen, wenn wieder jede_r etwas zu Essen beiträgt. Vegetarische und vegane Gerichte sind dabei gerne gesehen, damit alle mitessen können. Um keine rechte Welle im Internet zu beschwören würden wir euch bitten, diese Einladung nur persönlich zu verbreiten und nicht auf öffentlichen Seiten im Internet.

Melde dich bitte, z. B. per Mail, bei uns, wenn du teilnehmen möchtest.

Neues von den SRB

Unseren Blog halten wir ja leider nur bedingt aktuell. Zeit hier kurz zu umreißen, was die letzte Zeit passiert ist! Wir haben seit August eine Reihe von Wanderseminaren, Tageswanderungen und Vorträgen durchgeführt. Erst letzte Woche waren wir bspw. in Berlin. Daneben sind wir gerade ganz aktiv auf der Suche nach mehr Mitstreiter_innen und einem Haus. Schreibt uns wegen beidem gerne an! Auf der Website gibt es auch eine Neuerung: Um unserem transnationalen Anspruch besser gerecht zu werden, findet ihr hier nun auch eine Sprachauswahl für Tschechisch und Englisch.

Bis bald, eure SRB!

Vortrag im malobeo

Am Freitag, 6.10. findet ihr uns gegen 21 Uhr im malobeo. Wir stellen unsere Arbeit vor und erzählen noch ein wenig über die Idee mit dem libertären Zentrum.

Vorher gibts lecker Küfa, also kommt vorbei!